Neujahrsempfang der Stadt Kamenz 2025

Kleine Korrektur: Die beiden Bürgermeister a.D. wurden mit der Jubiläumsmedaille "800 Jahre Kamenz" (Feinsilber, 1 Unce, ca. 31,1g) ausgezeichnet.

Neujahrsempfang 2025 der Stadt Kamenz

Ein gelungener Abend mit Überraschungen

Am Freitag, dem 31. Januar 2025 fand im Ratssaal des Kamenzer Rathauses der alljährliche Neujahrsempfang der Stadt Kamenz statt. Ca. 200 Gäste waren der Einladung des Oberbürgermeisters Roland Dantz gefolgt. Wie in den Jahren zuvor wird dabei – neben der Würdigung der ehrenamtlich Tätigen – immer ein inhaltlicher Schwerpunkt gesetzt, aus dem heraus auch die Einladungen erfolgten. Und so war es wohl selbstverständlich, dass in diesem Jahr das 800-jährige Jubiläum im Mittelpunkt des Neujahrsempfang stand. Viele Sponsoren und Spender hatten aus diesem Anlass die Einladung des Oberbürgermeisters angenommen, ebenso wie weitere an der Vorbereitung des Festlichkeiten Beteiligte, wie z.B. die Mitglieder des Festkomitees „800 Jahre Kamenz“.

Der Kamenzer Neujahrsempfang – Ein Auftakt nach Maß

Nach einem musikalischen Video-Trailer, dessen stimmungsvolle Fotos, besonders aus den Ortsteilen der Stadt, von der städtischen Mitarbeiterin Odette Künstler stammten und der die anwesenden Gäste auf den Abend einstimmte, zeigten  Koloratursopranistin Jennifer Riedel, begleitet am Flügel vom Korrepetitor Andreas Kühne (vermittelt über die Kreismusikschule Bautzen/Regionalstelle Kamenz) musikalisches Können. Mit klassischen Operettenmelodien von Carl Zeller bis Franz Lehár sie mit einer überspringenden Spiel- und Sangeslust das Kamenzer Publikum mehr als zu überzeugen.

Landrat Udo Witschas entrichtet seinen Neujahrsgruß an Kamenz

Landrat Udo Witschas hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich zum Neujahrsempfang der Stadt Kamenz anwesend zu sein. In seinem Grußwort zog er eine geschickte Bilanz über das, was alles im Landkreis Bautzen, trotz einer prekären Finanzsituation, geworden ist. Dabei erwähnte er u.a. den entstehenden Standort für ein Logistikbataillon der Bundeswehr bei Straßgräbchen, die Schaffung einen neuen Standortes für die Kreismusikschule in Bautzen oder auch den Umstand, dass es gemeinsam mit der Stadt eine Lösung für die Sanierung des Jahnsportplatzes geben wird, wobei hier anzumerken ist, dass die  Investitionsmittel als Fördermittel durch die Stadt akquiriert wurden und die Stadt auch den obligatorischen Eigenanteil übernimmt. Die Bildung des Zweckverbandes, insbesondere mit seinen Aufgaben für das zukünftige Hallenbad mit Außenbecken, wertete er als Erfolg für beide Seiten – Stadt und Kreis. Er wünschte der Stadt Kamenz alles Gute, gerade im Jubiläumsjahr, und auch weil ihm bewusst sei, dass es einen starken Landkreis nur mit starken Städten und Gemeinden geben kann.

Oberbürgermeister Roland Dantz – Rückblick und Ausblick

Im Anschluss daran ergriff Oberbürgermeister Roland Dantz das Wort, um kurz das Jahr 2023 zu resümieren und Ausblicke auf das begonnene Jahr zu geben. Dabei ging er neben aktuell- politische Themen auch darauf ein, dass dies seine letzte Rede zu einem Neujahrsempfang als Oberbürgermeister sein wird. Dabei hob er drei Schicksalsmomente für sich hervor: das 1957 als sich sein Vater entschied von Dortmund nach Königsbrück zurückzukehren und er 1958 in Kamenz geboren wurde, das Jahr 1988 als er die Idee hatte, sich eine neue Arbeit zu suchen und ihm auf dem damaligen Arbeitsamt die Stelle des Stellvertreters des Stadtbaudirektors offeriert wurde und das Jahr 2004 (2011 und 2018 in der Folge) als er sich für erstmalig der Wahl um das Amt des Bürgermeisters stellte. Damit war der Ton für die Rede gesetzt, die sich im Weiteren auf ein nicht freigegebenes Interview mit der SZ bezog und in dem er zu den verschiedensten Dingen seiner Amtszeit, wie z.B. was gelungen sei oder was er in diesem Jahr noch schaffen möchte oder was ihn besonders geärgert habe, befragt worden war. Ein Großteil seiner Rede war von Reflexionen über die Finanzsituation im Großen wie im Kleinen bestimmt. So fragte er, ob es denn wirklich richtig sei, dass behauptet wird, dass wir über unsere Verhältnisse leben würden um dann anhand von einigen Beispielen anzudeuten, dass dies aus seiner Sicht nicht so sei. Seine Rede endete mit dem Appell, auch im letzten Jahr mit dem und im Stadtrat auf Augenhöhe (was unterschiedliche Meinungen nicht ausschließt) zum Wohle der Menschen von Kamenz zusammenzuarbeiten

(Der volle Wortlaut der für die Öffentlichung bearbeiteten Rede des Oberbürgermeisters findet sich hier.)

Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger gewürdigt

Danach war die Würdigung von Bürgerinnen und Bürger mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“, die sich in der Vergangenheit für Kamenz eingesetzt haben, natürlich der Höhepunkt jedes Neujahrsempfang. Diese „Ehrenmedaille“, gemeinsam von der Stadt und dem Vorsitzenden der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft e.V., Dr. Rudolf Reimann, entwickelt sowie von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden seit Jahren dankenswerterweise finanziert, soll an Personen, die ehrenamtlich tätig waren und sind sowie an Personen, die sich besondere Verdienste um die Stadt Kamenz erworben haben, verliehen werden. Und so geschah es auch in diesem Jahr. In diesem Rahmen wurden auch zwei langjährige Stadträte, eben falls mit der Überreichung der „Ehrenmedaille, geehrt. (Die Übersicht der Ausgezeichneten sowie der zwei Stadträte sind nachfolgend aufgeführt.) Insgesamt wurden wieder zwanzig Bürgerinnen und Bürger, und nicht nur aus Kamenz, mit der „Ehrenmedaille“ gewürdigt.

Jedes Jahr eine Überraschungswürdigung

In diesem Jahr hatte Oberbürgermeister Dantz die in Kamenz noch wohnenden Bürgermeister eingeladen. Davon gibt drei die den Status Bürgermeister a.D. haben, in Kamenz wohnen und eingeladen wurden. Gekommen waren dann Bürgermeister a.D. Karl Barthel, der dieses Amt von 1978 bis 1985 begleitet, und Bürgermeister a.D. Lothar Kunze, der als Stadtoberhaupt die Geschicke der Stadt von 1990 bis 2021, ehe der Wahlwechsel zu Bürgermeister a.D. Arno Bock stattfand. Der Clou: Zunächst hatten die beiden – Karl Barthel und Lothar Kunze – sie sind halt einfach zum Neujahrsempfang eingeladen. Was sie nicht ahnten, dass der Oberbürgermeister Worte der Würdigung findet und sie mit der Jubiläumsmedaille „800 Jahre Kamenz“ (Feinsilber, 1 Unce, ca. 31,1g) ehrt. Gerade im Jahr des Stadtjubiläums oder korrekt zum Jahrestag der urkundlichen Ersterwähnung von Kamenz als städtische Siedlung/Stadt – war das eine schöne Geste, betonte sie doch sehr deutlich, dass die Geschichte von Kamenz nicht 1989/90 mit der Stunde „Null“ begonnen hat. Sicher es gab eine Zäsur, aber davor haben auch Menschen gearbeitet, gelebt, geliebt und ihre Stadt aufgebaut sowie vorangebracht. Gerade dafür stehen auch die beiden ehemaligen Bürgermeister, auch stellvertretend für die Menschen in diese Stadt, die zu jeweils unterschiedlichen Zeiten mitgetan haben. Der Beifall aus dem Publikum war dementsprechend.

Essen hält Leib und Seele zusammen

Auch dieses Mal kümmerte sich die Gaststätte „Zur Eisenbahn“ aus Wiesa um das leibliche Wohl der Gäste des Neujahrsempfangs. Nach ca. 2 ½ Stunden Video, Musik, Würdigungen und Reden hatte man sich auch ein gewisses Recht auf Stärkung verdient. Dies machte auch Jan Klawitter von der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ noch einmal deutlich. Ein schmackhaftes und vielseitiges Büffet lud, neben dem einen und anderen Glas Wein und Saft zu einem langen Verweilen bei interessanten Gesprächen im immer wieder stimmungsvollen Ambiente des Rathauses ein.

Abschließen darf nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sich wieder von ihrer besten Seite zeigten, in dem sie z.B. Wein aus der Partnerstadt Alzey servierten. In seinen Abschlussworten hatte Oberbürgermeister Dantz besonders Ramona Neubauer hervorgehoben, die – gemeinsam mit anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiters –seit vielen Jahren immer wieder für das Gelingen des Neujahrsempfang sorgt. Und wem es mehr nach einem würzigen Schluck Bier oder einem prickelnden Mineralwasser war, kam ebenfalls auf seine Kosten. Denn die Privatbrauerei Schwerter Meißen GmbH sowie die OPPACHER Mineralquellen GmbH & Co. KG versorgten die Gäste des Abends mit dem begehrten „Nass“. Es war ein Abend, an den sicher alle noch lange zurückdenken werden.

Nachfolgende Bürgerinnen und Bürger wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs am 31. Januar 2025 mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“ ausgezeichnet:

1. Ehrungsrunde

Ausgezeichnete (v.l.n.r.): Franziska Große, Dirk Ferner, Uwe Baum, Steffen Haber und Siegfried Hentsche.

Herr Uwe Baum aus Freital

Vorgeschlagen vom Herrn Frank Friede – Ortsvorsteher des Ortschaftsrates Brauna

Uwe Baum ist ein wahres Uhrgestein der Fliegerei und ein unverzichtbares Mitglied des Ultraleichtflugclubs Brauna e.V., der seit 1990 besteht. In seiner langjährigen Mitgliedschaft hat er über 100 Flugschülern das Fliegen beigebracht und unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit in den Fliegerclub investiert. Neben seiner Tätigkeit als Fluglehrer hat Uwe Baum jedes Jahr beim Weihnachtsmarkt in Brauna als Weihnachtsmann die Kinderaugen zum Leuchten gebracht. Beide Aufgaben hat er bis zu einem gesundheitlichen Rückschlag mit großer Leidenschaft und Engagement durchgeführt.

Herr Dirk Ferner aus Kamenz/Wiesa

Vorgeschlagen von Frau Carola Fabry – Vorsitzende der SG Wiesa e.V.

Dirk Ferner ist ein langjähriges Mitglied in der Sektion Tischtennis der SG Wies und nimmt dort regelmäßig Turnierwettkämpfen teil. Er absolvierte m Jahr 2017 absolvierte er erfolgreich die DOSB Trainerausbildung als Übungsleiter C und kann mit dem erworbenen Wissen das Training unserer einzigen am Punktspielbetrieb teilnehmenden Sektion fachlich und qualitativ bereichern. Er setzt sich sehr für den Kindersport im Bereich Tischtennis (Ganztagsangebot, Training) ein. Weiterhin unterstützt er den Vorstand bei der Suche nach Fördermöglichkeiten zur Mitgliedergewinnung oder Sponsoring der Sektion Tischtennis bzw. Gesamtvereins.

Frau Franziska Große aus Steina

Vorgeschlagen von Frau Suse Fiedler – 1. Vorsitzende des Chors der Lessingstadt Kamenz

Seit 1995 Mitglied im „Chor der Lessingstadt Kamenz e.V.“. Fast ebenso lange arbeitet sie im Vorstand als Schriftführerin mit und nutzte die örtlichen Medien, um den Chor zu präsentieren. Ist also sehr aktiv für die heute so notwendige Öffentlichkeitsarbeit. In all den Jahren war sie in vielfältiger Weise mit hoher Einsatzbereitschaft, umsichtig und zuverlässig an der Mitgestaltung eines regen Vereinslebens beteiligt. Stets ist sie bemüht, die Anliegen unseres Chors mit dem aktuellen Geschehen der Stadt Kamenz zu verbinden. In ihrer Stimmgruppe gilt sie als sichere, zuverlässige, hilfsbereite Partnerin.

Herr Steffen Haber aus Kamenz/Lückersdorf

Vorgeschlagen von Herrn Norbert Adler – Präsident des SV Aufbau Deutschbaselitz

In seinem Ehrenamt als Vize-Präsident gehört Steffen Haber schon seit 2009 dem SV und seit 2011 dem Präsidium an. Nicht nur durch seine ehrenamtliche Funktion beim SFV steht er dem Verein mit seiner Kompetenz mit Rat und Tat zur Seite. Er hat einen Hauptanteil an den Großereignissen des letzten Jahrzehnts, die im SFZ DB stattgefunden haben. Zweimal, 2016 und 2023, fanden die Sachsen Pokalfinals der A- Jugend zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig vor einer sehr großen Zuschauerkulisse, erst letztes Jahr vor 1500 Besuchern, statt. Damit hat er auch den Ort Deutschbaselitz über Landesgrenzen weiter bekannt gemacht.

Herr Siegfried Hentsche aus Kamenz/Biehla

Vorgeschlagen von Herrn Volker Waurich – Ortschaftsrat Biehla

Siegfried Hentsche ist seit 1966 aktives Mitglied der Freiwiligen Feuerwehr Biehla und zeichnet sich durch viel Engagement und hervorragende Arbeit in der Feuerwehr aus. In der Jugend nahm er erfolgreich mit der A-Mannschaft an vielen Feuerwehrwettkämpfen teil. Sein fachliches Wissen und seine jahrelangen Erfahrungen im feuertechnischen Dienst gibt er an jüngeren Kameraden mit viel Leidenschaft weiter. In der Zeit von 1995 – 2010 war er Leiter der Feuwehr Biehla und Motor des aktiven Feuerwehrgeschehens in Biehla. Neben seiner aktiven Feuerwehrtätigkeit, nimmt er auch am gesellschaftlichen Leben unseres Ortes teil.

2. Ehrungsrunde

Ausgezeichnete (v.l.n.r.): Renate Höntsch, Elke Klawitter, Volker Kühnert, Marion Lesche und Stefania Lischke.

Frau Renate Höntsch aus Radeberg

Vorgeschlagen von Frau Margita Pietsch – Frauenchor Wiesa e.V.

Durch ein spontanes Weihnachtssingen des Frauenchors Wiesa in der AWG Wiesa, 1975 wurde die Idee zum jährlichen Weihnachtssingen geboren. Mit dem Aufbau der Pyramiden entwickelte sich die Tradition des Pyramidensingens, das 2024 zum 74-sten Mal stattfand und jährlich über 500 Besucher in seinen Bann zieht. Renate Höntsch war Gründungsmitglied des Chores und damit von Anfang an dabei. Sie gestaltet nach wie vor den Ablauf des Programms. Außerdem fungierte sie von 1995 – 2007 als Vorsitzende. Auch zeichnet sie – gemeinsam mit Brigitte Oswald – für das Einwerben von Spenden verantwortlich.

Frau Elke Klawitter aus Kamenz/Jesau

Vorgeschlagen von Frau OV Elvira Schirack – Ortsvorsteherin des Ortschaftsrates Jesau

Elke Klawitter gestaltet aktiv die Arbeit der Seniorengruppe Jesau mit. Sie verwaltet die Finanzen der Seniorengruppe Jesau und bringt sich aktiv mit in die Organisation und Durchführung der Seniorennachmittage ein. Seit 18 Jahren aktiv bei Durchführung und Vorbereitung des „Jesauer Weihnachtsmärktchen“. Fam. Klawitter stellt ihren privaten Feierraum für die Allgemeinheit zur Verfügung. So werden z.B. für das Winden der Osterkrone, Abschluss des Zamperns des Männergesangsvereins, das Maibaumwinden und Maibaumwerfen der Jugend u.a. bei ihr durchgeführt.

Herr Volker Kühnert aus Kamenz

Vorgeschlagen von Herrn Jörg Bäuerle und Pfarrer Markus Böhme (kathol. Gemeine)

Volker Kühnert engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Gemeinde als Kommunionhelfer und Küster. Außerdem wirkt er im Hilfsprojekt „Eine Kuh für Marx“ mit, bei dem notleidende Menschen in Russland, in der strukturschwachen Region Marx im Bistum Saratow, unterstützt werden. Der dortige Bischof Clemens Pickel war vor vielen Jahren Kaplan in Kamenz. Für das gesammelte Geld konnten bisher mehr als 1000 Kühe für den Lebensunterhalt der Menschen gekauft werden. Auch persönlich hat er mehrmals Aufbauhilfe in der Region geleistet.

Frau Marion Lesche aus Kamenz/Schiedel

Vorgeschlagen von Herrn Dieter Trepte – Ortsvorsteher vom Ortschaftsrat Zschornau-Schiedel und Frau Swetlana Bartow 

Marion Lesche ist Gründungsmitglied des Dorfclubs Zschornau-Schiedel im Jahr 1998 und langjähriges Vorstandsmitglied. Gleichfalls setzt sie sich als langjährige Stellvertreterin des Ortsvorstehers über Jahre für beide Ortsteiles ein und sucht, findet Fördermittelmöglichkeiten und beauftragt beauftragts sie, wenn sie bewilligt werden. Sie schiebt Projekte an, bereitet aktiv Dorffeste und Rentnerweihnachtsfeiern vor und ist insgesamt aktives Mitglied im Dorfclub „Zschornau-Schiedel“. Zurzeit bereitet sie engagiert die 800-Jahr-Feier in den beiden Ortsteilen vor.

Frau Stefania Lischke aus Kamenz

Vorgeschlagen von Frau Christa Stoklas

Stefania leistet seit 1992 ein ehrenamtliches Amt mit viel Herzblut und fachlicher Kompetenz.

Besonders hervorzuheben sind: 1. Die Betreuung und Anleitung einer Gruppe von Menschen mit körperlichen und   geistigen Behinderungen (1x wöchentlich Gymnastik in der Sporthalle und 1x wöchentlich Schwimmen im Hallenbad), 2. Die Anleitung des Trainings der Senioren-Turngruppe von SV Einheit Kamenz (1x wöchentlich in der Sporthalle) und 3. Die Arbeit als Kursleiterin für Wirbelsäulengymnastik von 1993-2013. Sie zeichnet sich durch Gelassenheit, hohe Fachkompetenz, Teamgeist aus, den sie zum Nutzen der Menschen einbringt.

Ausgezeichnete (v.l.n.r.): Karl-Heinz Mitzschke, Brigitte Oswald, Dagmar Rybicki, Norbert Schnabel und Anita Schumera.

3. Ehrungsrunde

Ausgezeichnete (v.l.n.r.): Karl-Heinz Mitzschke, Brigitte Oswald, Dagmar Rybicki, Norbert Schnabel und Anita Schumera.

Herr Karl-Heinz Mitzschke aus Kamenz

Vorgeschlagen von Herrn Jens Planert – Vorsitzender des Blasorchesters der Lessingstadt e.V.

Karl-Heinz Mitzschke ist seit 64 Jahren Mitglied im Blasorchester. Er war also fast von Anfang an dabei. Er spielt als Solist und Stimmführer bei den Baryton- und Tenorhörnern und ist somit auch für die individuelle Probenarbeit in diesem schwierigen Register verantwortlich. Durch seine Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft ist er im Orchester sehr beliebt.

Mit großer Freude konnte das Blasorchester seine Reihen stärken, da Karl-Heinz Mitzschke seine zwei Enkel, die er selbst an Instrumente herangeführt und unterrichtet hat. Sie musizieren jetzt im Blasorchester mit und entspannen ein wenig die Nachwuchssituation.

Frau Brigitte Oswald aus Kamenz

Vorgeschlagen von Frau Margita Pietsch – Frauenchor Wiesa e.V.

Auch Brigitte Oswald ist Gründungsmitglied des Chores – war von Anfang an dabei, ebenfalls bei der Gestaltung des Programms. Sie war 47 Jahre Chorleiterin und singt seit 61 Jahren im Lessingchor Kamenz. Das Singen wird ausschließlich von Spendengeldern finanziert, die seit 2002 von Brigitte Oswald und Renate Höntsch eingesammelt werden. Unter Mitwirkung des Frauenchors Wiesa, dem Kinderchor der Sophie-Scholl-Schule Wiesa, dem Männerchor Jesau, den Bläsern des Stadtorchesters Kamenz, Solisten und der Musikschule Kamenz wird das Pyramidensingen jedes Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Frau Dagmar Rybicki aus Kamenz/Biehla

Vorgeschlagen von Herrn Michael Gärtner, ehemaliger Pfarrer der ev.-luth. Kirchgemeinde Kamenz-Cunnersdorf

Dagmar Rybicki ist seit vielen Jahren eine herausragende Persönlichkeit im Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Kamenz-Cunnersdorf und widmet sich dort mit viel Herz und Verstand ihren ehrenamtlichen Aufgaben. Sie ist Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte unserer Gemeindemitglieder in Kamenz sowie in den Ortsteilen. So sorgt sie mit großer Umsicht dafür, dass Gottesdienste in Cunnersdorf stattfinden können. Dabei springt sie – wenn kein Geistlicher vor Ort ist – selbst ein und gestaltet die Gottesdienste. Des Weiteren leitet sie u.a. mit beeindruckendem Geschick die Theatergruppe in Cunnersdorf.

Herr Norbert Schnabel aus Kamenz

Vorgeschlagen von Herrn Rainer Gröbner – Haus und Grund Kamenz

Norbert Schnabel zeichnet sich durch engagierten Einsatz und tatkräftiges Wirken für seine Heimatstadt aus. Seit vielen Jahren ist er als hochgeachteter Stadtführer mit umfangreichen, historischen Kenntnissen zu Kamenz unterwegs und gibt dieses Wissen an Touristen und Kamenzer weiter. Die Herausgabe der Sonderausgabe „80 Jahre Kriegsende“ ist sein Verdienst und hoch zu würdigen. Auch die geplante Herausgabe des Sonderbandes VII „800 Jahre Kamenz/Kamjenc 1225 – 2025. Geschichte und Geschichten“ durch den Autorenkreis „Lausitzer Almanach“ – mit vielen Mitstreitern – kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Frau Anita Schumera aus Kamenz/Deutschbaselitz

Vorgeschlagen von Herrn Uwe Hauschild – Leiter der Regionalgruppe es Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e.V.

Anita Schumera, die selbst mit 11 Jahren erblindete, ist seit 1979 Mitglied zuerst im Blinden-und Sehschwachenverbandes der DDR und danach im Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen.  Schon früh engagierte sie sich im Ortsverein Kamenz, indem sie z.B. die monatlichen Mitgliedsbeiträge kassierte und so zum Ansprechpartner für viele kleine und große Probleme der Mitglieder wurde. Von 2012 – 2022 übernahm sie die Leitung der Regionalgruppe Kamenz und ist bis jetzt im Kreisvorstand tätig. Ein Teil ihrer Arbeit war z. B. die Sensibilisierung von Grundschülern für die Belange blinder und sehbehinderter Menschen.

4. Ehrungsrunde

Ausgezeichnete (v.l.n.r.): Christine Tillner, Torsten Seifert und Wolfgang Weber.

Herr Torsten Seifert aus Kamenz/Deutschbaselitz

Vorgeschlagen von Frau Carola Fabry – Vorsitzende der SG Wiesa e.V.

Torsten Seifert spielt seit seiner Jugend erfolgreich Tischtennis in der Sportgemeinschaft Wiesa. Dafür trainiert er intensiv und darüber noch Aufgaben als Trainer wahr. Seit mehr als 25 Jahren kümmert er sich als Sektionsleiter, um alle Belange, organisiert Trainingsbetrieb und Wettkämpfe, kümmert sich um Sponsoren und die Ausstattung der Spieler. Gleichzeitig ist er seit einigen Jahren Vorstandsmitglied und als solches regelmäßig bei den Vorstandssitzungen dabei. Besondere Verdienste erwarb er während der Pandemie-Zeit, in dem er die ihm anvertrauten Sportler zu motivieren wusste und er macht sich für die Nachwuchsarbeit stark.

Frau Christine Tillner aus Kamenz/Brauna

Vorgeschlagen vom Herrn Frank Friede – Ortsvorsteher des Ortschaftsrates Brauna – sowie Heimatverein Brauna und Seniorenbeauftragte Brigitte Regenstein

Der Ortschaftsrat Brauna und die Seniorenbeauftragte Brigitte Regenstein aus der Ortschaft Brauna, Schwosdorf, Liebenau, Petershain und Rohrbach haben sich einstimmig dafür ausgesprochen Christine Tillner aus Brauna für die Auszeichnung vorzuschlagen. Frau Tillner hat sich ein Großteil ihres Lebens ehrenamtlich in der Ortschaft engagiert.
Seit vielen Jahren ist die Seniorenbetreuerin im Ortsteil Schwosdorf, wo sie mit viel Engagement und Herzblut dieses Amt ausführt und lebt. Nicht nur als Seniorenbeauftragte engagiert sie sich, sie ist z.B. auch als Kassenwart im Heimatverein Brauna tätig.

Herr Wolfgang Weber aus Kamenz/Biehla

Vorgeschlagen von Frau Jutta Hentsche – Vorsitzende des Biehlaner e.V.

Im Jahr 2002 wurde in Biehla der Biehlaner e.V., gegründet, zu dessen Mitgliedern der 1. Stunde Wolfgang Weber gehörte.  Er wurde in den Vorstand gewählt und übernahm die Funktion des 1. Stellvertreters. Bei den Aktivitäten des Vereins war er mit federführend bei der Organisation und Durchführung, z.B. bei den Parkfesten, wo er mit für die Organisation und Einsatz der Technik in den Zelten und Verkaufsständen verantwortlich war. Auch wenn er sich mit seinen 75 Jahren sich eigentlich zur Ruhe setzen könnte, ist er immer noch sehr aktiv. Er ist eben ein „Biehlaner“, Ruhepol und „Macher“.

Ebenfalls geehrt, aber leider nicht anwesend:

Frau Angela Sondermann aus Kamenz

Vorgeschlagen von Herrn Alexander Maschke

Angela Sondermann ist Gründungsmitglied des Vereins Stadtwerkstatt Kamenz – Bürgerwiese e.V. und dort verantwortlich für die Diskussionsreihe „Kontrovers vor Ort“ die sehr erfolgreich in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung des Freistaates Sachsen organisiert wird. Angela Sondermann hat darüber hinaus seit 2015 einer syrischen Flüchtlingsfamilie im Rahmen der Initiative „Bischheim hilft“ betreut, indem sie vor Ort in der Flüchtlingsunterkunft deutsch unterrichtete und ihr bei Behördengängen half. Auch beim Umzug nach Kamenz kümmerte sie sich um die Wohnungseinrichtung und verschaffte z.B. einem Familienmitglied einen Arbeitsvertrag in einer städtischen Gaststätte, der bis heute besteht.

Herr Jens Fichte aus Kamenz aus Kamenz

Vorgeschlagen von Frau Petra Kuhn

Jens Fichte wirkt seit vielen in verschiedenen Vereinen mit, so z.B. im Kamenzer Geschichtsverein und im Philatelistenverein Kamenz/Westlausitz e.V., wo er seit vielen Jahren Vereinsvorsitzender ist.  Hier organisierte z.B. 2011 den Verbandstags aller Sächsischen Briefmarkenvereine. Darüber hinaus ist seit Gründung des Vereins „Stadtwerkstatt Kamenz – Bürgerwiese“ dabei und seit 2022 Mitglied des Vorstandes mit. Er organisiert Veranstaltungen, wie z.B. die „Leselampe“. Besonders hervorzuheben ist seine jahrzehntelange Mitwirkung in kommunalen Gremien wie dem Kamenzer Stadtrat und seinen Ausschüssen sowie im Ortschaftsrat und im Kreistag. Er lange Zeit im Forstfestkomitee mitgearbeitet und ist jetzt auch Mitglied im Festkomitee „800 Jahre Kamenz“.

Würdigung von langjährigen Stadträten mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“

OB Dantz überreicht (v.l.n.r.) Stadtrat Volker Johnen und Stadtrat Rolf Ziesche die Ehrenmedaille.

Und noch eine Besonderheit gab es zum diesjährigen Neujahrsempfang. Denn gemäß einem Beschluss des Stadtrates aus dem Jahr 2019 wurden die Stadträte Herr Volker Johne und Herr Rolf Ziesche für ihre langjährige Tätigkeit, über 20 Jahre, im Kamenzer Stadtrat mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“ ausgezeichnet. Man muss es einfach mal feststellen, diese ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht nur sehr verantwortungsvoll für die Geschicke der Stadt, sie ist auch zeitaufwendig sowohl hinsichtlich der Vorbereitungen von Ausschuss- und Stadtratssitzungen als auch der Länge mancher Beratungen, die sich mitunter bis in die Nacht erstreckten. Sehr häufig erfolgt die ehrenamtliche Tätigkeit neben einer beruflichen Tätigkeit, der Fürsorge für die Familie und oft weiterem Engagement in Vereinen. Der Dank mit der „Ehrenmedaille der Stadt Kamenz“ ist also mehr als gerechtfertigt.

Der Osten eine westdeutsche Erfindung?

Warum einem die Würde nicht genommen werden kann. Und was dies auch mit dem diesjährigen Neujahrsempfang zu tun hat.

Wenn ich mir diese Gedanken mache, dann will ich dies in aller Offenheit und auch mit dem Blick auf die unterschiedlichen Perspektiven in aller Kürze tun. Natürlich ist das Buch – die Streitschrift – von Prof. Dirk Oschmann ohne große Überraschung für die Leute, die weit vor 1990 geboren wurden, ein Renner. So weit, so gut.

Der Ratssaal war am 5. Februar 2025 sehr gut gefüllt. Auch das war keine Überraschung. Aber vielleicht ist auch für den einen oder anderen etwas Selbstreflexion angebracht. Für viele hier im Osten, die hier geboren sind und vor 35 Jahren die deutsche Wiedervereinigung miterlebt haben, ist aus vielerlei Gründen noch ein Unbehagen und ein Unwohlsein in der Rückschau vorhanden. Es gibt aber auch jene, die in der Zwischenzeit, mit dem Erleben der letzten 35 Jahre, in zunehmender Weise und aus gutem Grund mit Selbstbewusstsein und Stolz auf die Zeit vor 1990 zurückblicken. Dies hat auch nichts damit zu tun, sich nach einem sozialistischen Gesellschaftsmodell oder auch nach dem kommunistischen Versuch einer Staatsform zurückzusehnen.

Gerade im achthundertsten Jahr unserer Stadt macht es Sinn den historischen Blick auf unser Leben vor 1990 zu lenken. Fragen Sie sich einmal, wie unsere Stadt 1945 nach dem Kriegsende beschaffen war? Und wer dies tut, wird ohne Mühe erkennen, welche Lebensleistungen für die Zeit zwischen 1945 und 1990 eine Rolle spielten. Hatten unsere Großeltern, Eltern Einfluss darauf, was im August 1945 in Potsdam von den Siegermächten ausgehandelt wurde? Wohl eher nicht. Das ist die, nennen wir es so, politische Komponente. Auf die möchte ich auch nicht weiter eingehen. Für diejenigen, die hier geblieben sind, zumindest bis 1961 hatte das Schicksal gewürfelt.

Die eigene Würde kann einem keiner nehmen

Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass jene, die jenseits der Werra lebten eben etwas mehr Glück hatten. Die Leute hier haben die Ärmel hochgekrempelt und z.B. unsere Stadt im Osten erheblich erweitert. Und wer beispielsweise darüber hinaus, die Baugebiete an der Elsteraue, Am Bautzner Berg und in der Curie-Siedlung in den Blick nimmt, der sieht an nur wenigen Beispielen, was in dieser Zeit auch vollbracht wurde.

Wir haben allen Grund, mit Respekt und Achtung die Leistungen unserer Eltern und Großeltern immer wieder auch als eigene gelebte Geschichte mit Stolz und auch Demut in den Blick zu nehmen. Das schließt auch den Stolz auf die eigenen Leistungen, dass wir selbst etwas erreicht und vollbracht haben, mit ein.

An dieser Stelle kommen wir dann auch ein wenig zu einem Problem. Meiner Ansicht nach ist es zu einfach, wenn wir sehr schnell den damals Westdeutschen, die zu uns gekommen sind – die „Schuld“ zuweisen für eine Unzufriedenheit, die sich mit der Rückschau auf unser Leben zu weilen breit macht, oder breitmachen kann. Werden wir jenen, von denen manche schon Jahrzehnte unter uns leben damit gerecht? Ich glaube dies nicht. Und in diesem Zusammenhang fühle, ich dann ein Unwohlsein in mir aufsteigen.

Meine eigene Würde als Mensch kann mir keiner nehmen. Es liegt an uns, zuzustimmen, wo wir es für richtig halten und dann auch dagegen zu halten, wenn wir eben anderer Meinung sind. Das klingt einfach – ist es aber nicht. Vielleicht liegt auch darin das Dilemma der Deutsch-Deutschen Wiedervereinigung.

Viele Landsleute, nicht alle, haben in der Begeisterung für die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen ihre Lebensleistungen, die sie bis dahin erbracht hatten, einfach über Bord geworfen. Das erklärt auch das Phänomen, dass wir uns – je älter wir werden – aus gutem Grunde an unser Leben mit Freunden, in den Betrieben, in der Familie sowieso, erinnern wollen und können. Das hat mit Ostalgie oder einer Sehnsucht nach der ehemaligen DDR meiner Ansicht nach nichts zu tun. Wer das eigene, gelebte Leben selbst wertschätzt und dem Anderen mit gradem Rücken und mit Achtung begegnet – der hat die beste Aussicht und auch die Chance sich seine eigene Würde und Selbstachtung zu bewahren.

Der diesjährige Neujahrsempfang hat mir dazu eine Möglichkeit gegeben. Es gab auch vor mir Bürgermeister, die für unsere Stadt viel geleistet und sich in ihrer Zeit eingebracht haben. Deshalb war es für mich eine große Freude meine ehemaligen Amtskollegen Karl Barthel und Lothar Kunze am Abend des Neujahrsempfanges zu ehren, auch um deutlich zu machen, dass die Geschichte unserer Stadt 1990 weitergeschrieben wurde, aber es eben auch eine Zeit davor gab, auf die wir genauso stolz sein können.

 

Roland Dantz

Oberbürgermeister

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