KAMENZ – THE PLACE TO [E]

Batterie-Kompetenz-Zentrum [E]lektromobilität

Kamenz – Ein Technologiestandort mit Perspektive / Grundsteinlegung für Werk II der Deutschen ACCUMOTIVE am 22. Mai 2017

Oberbürgermeister Roland Dantz

Wir freuen uns über den Besuch der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel, anlässlich der Grundsteinlegung für das Werk II der Deutschen ACCUMOTIVE. Es ist für uns eine große Ehre und Freude, sie hier an diesem Tag gemeinsam mit dem Vorstandvorsitzenden der Daimler AG, Herrn Dr. Dieter Zetsche, sowie dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Herrn Stanislaw Tillich, in unserer Stadt zu begrüßen. Mit dem Besuch der Bundeskanzlerin und der Konzernspitze der Daimler AG wird deutlich, welche Bedeutung der Batteriefertigungsstandort für Deutschland und damit für Sachsen hat.

Viele sehen in der Grundsteinlegung ein Symbol und im gewissen Sinne auch eine volkswirtschaftliche „Blaupause“ für den Strukturwandel der Lausitz. Es ist auch geradezu beispielhaft, wie wir gemeinsam durch das Engagement der Daimler AG, insbesondere in der wirtschaftlichen Wachstumsregion Dresden, aber auch in der herausragenden Hochschullandschaft profitieren, die von der Technischen Universität Dresden, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden über die Technische Universität Chemnitz bis zur Technischen Universität Freiberg im sächsischen Raum reicht. Auch der südbrandenburgische Raum partizipiert einerseits von dieser Entwicklung und andererseits reicht die Strahlkraft des Kompetenzzentrums für die Batteriefertigung der Daimler AG bis in den Cottbuser Raum und damit auch in die dort vorhandene Universitäts- und Hochschullandschaft.

Der Strukturwandel der Lausitz braucht neben zukunftsträchtigen Industrieentwicklungen eine strategisch ausgerichtete und zielgerichtete Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Beide Faktoren bieten die Gewähr für eine erfolgreiche Entwicklung.

Es war ein wichtiger Schritt, ein wichtiger Impuls, dass die Landräte der Lausitz, der südbrandenburgischen Region und damit auch des Landkreises Bautzen und die im Lausitzverbund arbeitenden Bürgermeister und Oberbürgermeister sich dafür einsetzen, dass der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere der Bahnverbindung zwischen Dresden über Radeberg, Kamenz, Senftenberg/Cottbus bis nach Berlin die notwendige politische Unterstützung gegeben werden muss.

Der 22. Mai 2017 ist ein für die Stadt und die Region und letztendlich für den Freistaat Sachsen und für Deutschland ein bedeutender Tag. Mit dem Bau des zweiten Werkes der Deutschen ACCUMOTIVE entsteht in Kamenz eine der größten und modernsten Batteriefabriken Europas.

Kamenz – Ein Technologiestandort mit Perspektive

Es war ein Paukenschlag für Kamenz und die Region als am 24. Oktober 2016 der Spatenstich für eine Zukunftsinvestition in Sachsen in der Lessingstadt Kamenz stattfand. Damit wurde der konkrete Anfangspunkt für eine der größten Industrieinvestitionen in Sachsen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 500 Mio. EUR durch die Deutsche ACCUMOTIVE GmbH und Co. KG gesetzt. Welche Bedeutsamkeit dieses denkwürdige Ereignis hatte zeigte sich auch daran, dass der Spatenstich im Beisein der Vertreter des Vorstandes der Daimler AG, Prof. Dr. Thomas Weber sowie Markus Schäfer, und des Sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und auch in Anwesenheit des Landrates des Landkreises Bautzen, Michael Harig, vollzogen wurde.

Der Wind dreht sich

Gerade im 26. Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung ist diese Wirtschaftsinvestition für uns außerordentlich bedeutsam. Viele Menschen haben unmittelbar nach der Wende erleben müssen, wie durchaus auch konkurrenzfähige Industriearbeitsplätze wegfielen, wie die eigene Existenz durch Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst bedroht wurde. Familien wurden auseinandergerissen und viele haben ihre persönliche Zukunft zwangsläufig in den westlichen Bundesländern Deutschlands gesucht. Mit der Entscheidung der Daimler AG, hier in Kamenz zu investieren, dreht sich der Wind, haben wir die Chance, die gegenwärtige demografische Entwicklung zu stoppen und umzukehren. Wir haben die Chance, aus diesem Schritt eines der größten Automobilherstellers den Menschen in unserer Region Hoffnung zu geben und vor allem eine Zukunft zu ermöglichen. Wenn an einem Industriearbeitsplatz bis zu drei – manchen sagen auch mehr – Arbeitsplätze hängen, dann wird auch sichtbar, dass von dieser Entscheidung der Daimler AG der Mittelstand, der Dienstleistungssektor und auch das Handwerk profitieren werden. Mit der kraftvollen Entwicklung der Deutschen ACCUMOTIVE – einer 100%igen Tochter der Daimler AG – wird in der Lessingstadt Kamenz für den Standort Deutschland das Zeitalter der Elektromobilität weiter zukunftsträchtig ausgestaltet. Seit 2008 ist der Standort Kamenz für die Entwicklung der Elektromobilität ein guter Name. Mit der Entscheidung der Daimler AG, den vorhandenen Standort in Kamenz auszubauen, wird ein technologischer Meilenstein, aber vor allem ein Meilenstein für den Ausbau des Wirtschaftsraums der Landeshauptstadt und der Oberlausitz gesetzt.

Engagement für den Standort – für die Region – für den Freistaat zahlt sich aus

Die Stadt Kamenz hat auf der Grundlage der von der Daimler AG getroffenen Entscheidung sowohl im Jahr 2009 als auch mit der Investitionsentscheidung zu der bedeutsamen Standorterweiterung 2016 wesentlich beigetragen. Wir haben am heutigen Tage allen Grund Dank zu sagen. Wir bedanken uns in besonderer Weise bei den Entscheidern und damit den Vorständen der Daimler AG und der Mannschaft der Deutschen ACCUMOTIVE vor Ort für ihr Engagement und ihre Leistungsbereitschaft. Ich will an dieser Stelle persönlich all jenen danken, die mich 2011 unterstützt und den Vorschlag, 52 ha beplante und teilerschlossene Industriefläche zu erwerben, mitgetragen haben. Die Stadt Kamenz war bereit, für diesen Schritt auf vieles zu verzichten. Sie war bereit, das bis dahin durchschnittliche jährliche Investitionsvolumen in Wirtschaftsförderung zu investieren. Ich will mich persönlich auch bedanken für die Unterstützung des Landkreises, insbesondere der Genehmigungsbehörden, die bereit waren, mit uns die sich aufzeigenden, zum Teil „aufbäumenden“ Probleme schnell und im Interesse der Standortentwicklung zu lösen. Gemeinsam mit allen Beteiligten – den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der ewag kamenz, dem Kommunalen Versorgungsunternehmen – sowie dem hohen Engagement des Vorstandes der ewag kamenz war es möglich, die Erschließungsfragen zu lösen und die zugesicherten Erschließungsleistungen zu erbringen.

Die Daimler AG investiert mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Standort Kamenz. Auch ein weiteres neues Unternehmen entsteht in Kamenz – die Mercedes-Benz Energy GmbH.

Die Gründung der Mercedes-Benz Energy GmbH mit Sitz in Kamenz war ein weiterer Schritt in der Profilierung des stationären Speichergeschäfts. Mit dem vorangegangenen Erwerb einer Teilfläche von mehr als 18 ha von der Stadt Kamenz, im Industriegebiet Kamenz/Bernbruch Nord wird gegenwärtig eine der größten Industrieinvestitionen in Sachsen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 500 Mio EUR durch die Deutsche ACCUMOTIVE GmbH und Co. KG realisiert.

Wir freuen uns außerordentlich, dass es dem führenden Automobilhersteller Deutschlands gelungen ist, auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2016 die Zukunft der Elektromobilität aufzuzeigen. Mit den innovativen Konzepten ist es dem Unternehmen gelungen, zukunftweisende Akzente zu setzen.

Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG Dr. Dieter Zetsche: „Das Auto der Zukunft wird elektrisch und emissionsfrei sein.“ (Laut (Berlin/Stuttgart (dpa-AFX)) Und das Vorstandsmitglied, verantwortlich für Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung, Prof. Dr. Thomas Weber, informierte: „Bis 2020 wird Elektromobilität bei Daimler sechsstellig.“ (Laut Berlin/Stuttgart (dpa-AFX))

Mit dieser strategischen Ausrichtung des Konzerns und der Standortentwicklung der Deutschen ACCUMOTIVE in der Lessingstadt Kamenz werden für die Region entscheidende Impulse gesetzt. Dies war möglich, weil es bis hin zur Konzernspitze sowie bei den Entscheidern vor Ort von Anfang an eine vertrauensvolle und außerordentlich konstruktive Zusammenarbeit gab.

Die Standortentwicklung des Wirtschaftsraumes Kamenz wird erfolgreich fortgesetzt

Die Investition der Daimler AG unterstützt die nachhaltige Fortentwicklung des Wirtschaftsraumes der Lessingstadt. Die bereits ansässigen mittelständischen Unternehmen werden dabei in der unterschiedlichsten Weise von dieser Entwicklung partizipieren. Damit wird auch das Schaffen von „Leitmarken“ – für die u.a. die Ansiedlung der jetzigen Mast-Jägermeister SE sowie das Entstehen und Wachsen der Sachsen Fahnen GmbH & Co. KG stehen – am Standort fortgesetzt.

Das Entstehen von Industriearbeitsplätzen ist ein Signal für junge Menschen in der Region zu bleiben und auch in die Wachstumsregion Dresden zurückzukehren. Nur mit der Schaffung gut bezahlter Jobs können die Erwartungen unser Menschen an unser Gemeinwesen, an das Versprechen einer sozialen Marktwirtschaft erfüllt werden. Die wirtschaftliche Entwicklung ist die Basis für eine Zufriedenheit und damit für das Lebensgefühl der Menschen. Sie ist auch der Grundstein für die Bereitschaft, offen zu sein, sich dem Schwächeren zuzuwenden, vor allem dann, wenn selbst ein hohes Maß an Sicherheit für die Entwicklung der eigenen persönlichen Lebensvorstellungen für das gemeinsame Leben im familiären Bereich besteht und nicht – wie in den letzten Jahrzehnten – Familien aus wirtschaftlichen Gründen auseinandergerissen wurden.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kamenz und die Menschen in der Region, diejenigen die auf diese Arbeitsplätze hoffen und jene die schon jetzt im Unternehmen tätig sind, sind dankbar für diese Entwicklung, insbesondere für die Entscheidung der Daimler AG dieses Zeichen im Wirtschaftsraum Sachsen der Oberlausitz gesetzt zu haben.

 

Roland Dantz

Oberbürgermeister der Lessingstadt Kamenz

 

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