2015 – Das Jahr der Kamenzer Städtepartnerschaften

 

Liebe Bürger und Einwohner der Stadt Kamenz,

neben großen Jubiläen, so z. B. das Ende des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren, begeht die Stadt Kamenz in diesem Jahr auch mehrere Jubiläen ihrer Städtepartnerschaften – 50 Jahre Kolin - Kamenz, 25 Jahre Alzey - Kamenz, 10 Jahre Kamenz - Karpacz. Daneben gibt es noch die im Jahr 1992 von der Gemeinde Lückersdorf-Gelenau begründete Partnerschaft mit der rheinland-pfälzischen Gemeinde Lonsheim. Diese Partnerschaft wurde auch nach der Eingemeindung von Lückersdorf-Gelenau im Jahr 1999 weiter durch den Ortschaftsrat gepflegt. „Jubiliert“ in diesem Jahr allerdings nicht.

Viele Informationen zu den offiziellen Festlichkeiten im Rahmen der Städtepartnerschaftsjubiläen erhalten Sie unter den folgenden Seiten:

50 Jahre Kolin

25 Jahre Alzey

Städtpartnerschaftstreffen 2015 in Kamenz - Es war ein schönes Wochenende

Ein Gruppenfoto, welches allen Teilnehmern zum Abschied überreicht wurde.

Das Jahr 2015 hielt neben anderen Jubiläen auch die Städtepartnerschaftsjubiläen mit Kolin, Alzey und Karpacz bereit. Während man mit Kolin nach einer Zeit der „wilden Ehe“ – beginnend 1965 –1992 formell Hochzeit feierte, so dass man heute auf 50 Jahre Städtepartnerschaft zurückblicken kann, so feierten Alzey und Kamenz in diesem Jahr ihre „Silberhochzeit“, d.h. 25 Jahre wurden hier die Beziehungen zwischen beiden Städten gepflegt. Die jüngste im Städtepartnerschaftsreigen ist die Stadt Karpacz. Hier wurde der „Bund fürs Leben“ vor 10 Jahren geschlossen, d.h. die Rosenhochzeit  wurde begangen.

 

Freitag - Tag der Begrüßung

Oberbürgermeister Dantz begrüßt die Vertreter der befreundeten Städte im Ratssaal.

Der Auftakt für das Städtepartnerschaftstreffen fand am Forstfestfreitag statt. Die Tage um das Forstfest waren ganz bewusst gewählt worden, weil wir unseren Freunden aus den Partnerstädten dieses Fest in voller Pracht und Schönheit zeigen wollten. Zunächst begrüßte der Oberbürgermeister in Anwesenheit von Vertretern des Stadtrates und der Stadtverwaltung die Delegationen im Ratssaal des Kamenzer Rathauses.

In seinen Eingangsworten brachte er zum Ausdruck, dass sich Kamenz freut, mit solchen Städten eine Partnerschaft eingegangen zu sein. Er konstatierte die Höhen, die bei weitem überwiegen, aber auch die Tiefen, sprich Ebenen, die solche Partnerschaften durchlaufen, um aber resümierend festzustellen, sie – die Partnerschaften – haben nicht nur gehalten, sondern sowohl durch dieses Städtepartnerschaftstreffen in Kamenz als auch durch die vorangegangenen Treffen in Kolin und Alzey neuen Schwung bekommen. Dies bestätigten auch die Bürgermeister – Vít Rakušan aus Kolin und Christoph Burkhard aus Alzey sowie Joanna Klaga, die stellvertretende Bürgermeisterin aus Karpacz. Während der Bürgermeister aus Kolin besonders die Rolle der Kultur und Kunst in den Beziehungen zu Kamenz hervorhob, ging Bürgermeister Burkhard u.a. auf die „Aufbauhilfe“ Anfang der 90er Jahre ein, um dann aber zu konstatieren, dass Kamenz (auch) durch die Hilfe aus Alzey recht schnell flügge geworden sei. Joanna Klaga, die bedauerte, dass sie nur einen Tag in Kamenz weilen konnte, meinte in ihrem Grußwort, dass durch dieses 10jährige Jubiläum, das zwischen der Stadt Kamenz und der Stadt Karpacz begangen wird, die Partnerschaft zwischen beiden neue Impulse erhalten wird.

Interessiert lauschen die stellv. Bürgermeisterin Joanna Klaga sowie die Dolmetscherin Anna Pietak-Malinowska den Erläuterungen des Kamenzer Oberbürgermeisters

Geradezu symbolisch war die Überreichung eines sogenannten Sitzwürfels – die anderen Partnerstädte hatten diesen bei vorangegangenen Treffen in diesem Jahr schon erhalten – der neben dem Wappen und prägnanten Motiven aus den beiden Städten auch ein Zitat von Gotthold Ephraim Lessing aufwies: „Ich weiß, wie gute Menschen denken, weiß dass alle Länder gute Menschen tragen.“

Die "Sputterkearls" spielen auf ...

Nach der offiziellen Begrüßung und einer kleinen Stärkung wohnten die städtischen Vertreter der Eröffnung des Kamenzer Forstfestes bei und waren über die Stimmung auf dem Markt begeistert. Nicht nur das Blasorchester der Stadt Kamenz und das große Blasorchester der Stadt Kolin, auch die später auftretende holländische Bauernkapelle „Sputterkaerls“ erfreuten die Kamenzer und ihre Gäste an diesem sehr milden Freitagabend.

                                             

Sonnabend - Von Dresden bis zur Schweizer Baude

Immer wieder ein atemberaubender Anblick - die Sächsische Schweiz

Am Sonnabend wartete ein umfangreiches Besichtigungsprogramm auf die Gäste aus Alzey und Kolin. Nach einer Fahrt durch Kamenz und das Gewerbegebiet „Bernbruch Nord“ ging es in die Sächsische Schweiz auf die Bastei. Die dort gewonnenen Eindrücke, der herrliche Blick auf die Sandsteingebilde und die ruhig dahinfließende Elbe waren eindrucksvoll. Doch dies sollte nicht alles gewesen sein, denn der Blick in die Schatzkammer der Wettiner Fürsten – in das Historische Grüne Gewölbe –  und ein Stadtrundgang im alten Dresden rundeten diese Ausfahrt ab.

 

Am Abend ging es zum Bieranstich in den Forst. Hier ließen es sich die Bürgermeister aller drei Städte nicht nehmen, höchstpersönlich die Fässer für das Freibier der Festbesucher anzustechen. Und man muss schon sagen, diese mitunter knifflige Aufgabe wurde von allen dreien mit Bravour gelöst – Bierduschen blieben aus. Danach ging es zunächst hoch her. In der „Schweizer Baude“ des Hotels Goldener Hirsch wurde bei heißer DJ-Musik vehement getanzt. Auch die „Sputterkaerls“ statteten der Schweizer Baude einen musikalischen Besuch ab und schafften es ohne Probleme, dass die Zeltbesucher schunkelten, aufstanden und stürmisch mitklatschten. Dass dieser Abend sehr lang werden würde, war klar und so manch einer der Gäste fand sich zu später Stunde am Stand des Weingutes Born ein, um bei einem Glas Wein den Abend ausklingen zu lassen.

Sonntag - Kunst, Adlerschießen, Hutbergtreffen

Bürgermeister Rakušan und Oberbürgermeister Dantz eröffnen die Ausstellung Koliner Künstler

Am nächsten Tag hieß es im gewissen Sinne zeitig aufstehen, denn die Eröffnung der Ausstellung von Koliner Künstlern lockte in das Stadttheater. Dort präsentierten unter dem Titel „Vier Wege“ vier Künstler aus Kolin – mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Hand-schriften – ihre Werke. Diese Ausstellung war quasi eine Replik auf die Ausstellung der Neuen Kunst-Allianz Kamenz, die im Frühjahr in der tschechischen Partner-stadt stattfand. Es werden aber nicht nur Arbeiten im Stadt-theater gezeigt, sondern auch im Lichthof des

Trotz der vielleicht recht frühen Zeit hatten sich 50 Interessierte aufgemacht, um – musikalisch umrahmt von Musikerinnen der Regionalstelle Kamenz der Kreismusikschule Bautzen – dieser Ausstellungs- eröffnung beizuwohnen.

Herr Hanke aus dem Lessing-Museum führte die Gäste durch die Innenstadt

Nach der kleinen, aber feinen Stadtführung durch einen Mitarbeiter des Lessing-Museums ging es auf den Markt, wo das 21. Treffen der Schützenvereine der Region Westlausitz stattfand. Im Nachgang war dafür gesorgt, dass ein gemeinsames Mittagessen Leib und Seele zusammenhielt. 

Wird Bürgermeister Burkhard den Adler treffen?

So gestärkt, erprobten unsere Gäste im Kamenzer Forst neben vielen anderen Teilnehmern ihre Fähigkeiten beim Adlerschießen der Bürger – und man kann konstatieren, die meisten wussten,  mit der Armbrust sehr gut umzugehen.

Aufmerksam lauschen die Gäste den Ausführungen zum Hutberg

Der Abend hielt einen weiteren Höhepunkt des Städtepartnerschaftstreffens bereit, denn mit einer kleinen Festveranstaltung im großen Saal der Hutberggaststätte wurde das Kamenzer Treffen bzw. die Jubiläen begangen. Zuvor hatten viele der Gäste den Ausführungen der Vorsitzenden des Hutbergvereins, Heidrun Pallmann, zum Hutberg gelauscht und die Möglichkeit genutzt, den seit 2010 erhöhten Hutbergturm zu  besteigen,  um  von dort den Blick auf die Stadt Kamenz, aber auch in das Umland schweifen zu lassen.

v.l.n.r.: Vít Rakušan, Lothar Kunze (ehem. Bürgermeister von Kamenz sowie Mitbegründer und langjähriger Begleiter der Städtepartnerschaften), Roland Dantz und Christoph Burkhard

Höhepunkt der Festveranstaltung, zu der neben Vertretern des Stadtrates auch Vertreter Kamenzer Vereine sowie Landtagsabgeordnete und der Landrat Michael Harig eingeladen waren, war die Überreichung eines Künstlerbuches zur Lessingschen Ringparabel an die beiden Bürgermeister aus Alzey und Kolin, die selbstverständlich der Kamenzer Oberbürgermeister vornahm. Im Anschluss daran trugen sich die beiden Bürgermeister in das Goldene Buch der Stadt Kamenz ein. Während Vít Rakušan den jetzt erreichten Zustand der Partnerschaft mit folgendem Satz charakterisierte: „Vertrauen, Freude am Treffen, Zukunft … Das ist die Partnerschaft zwischen Kamenz und Kolin … Danke für sie! Ich hoffe, sie dauert noch die nächsten 50 Jahre.“, rückte Christoph Burkhard die Städtepartnerschaft mit Kamenz in die Umstände der deutschen Wiedervereinigung, indem er schrieb: „1989 Fall der Berliner Mauer / 1990 Deutsche Wiedervereinigung – Die Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Kamenz und Alzey darf man historisch unter diesen Kontext einordnen. Heute, 25 Jahre später, ist diese glückliche Fügung der Wiedervereinigung für die 1990 und später geborenen Menschen, Geschichte … und das ist gut so!“

Im Nachgang überreichte der Bürgermeister von Alzey an die Stadt Kamenz als Gastgeschenk u.a. „Die Chronik der Stadt Alzey in zwei Bänden“ (1945 – 1972 / 1973 – 2012), die jetzt auch in Kamenz einen sehr detailreichen und interessanten Blick auf die Geschichte der Partnerstadt gestattet. Dass Alzey auch Wein mitbrachte, dies zu erwähnen, heißt sicherlich Eulen nach Athen tragen. Kolin „revangierte“ sich mit einem großformatigen und repräsentativen Bildband, der die Begegnungen im Frühjahr dieses Jahres in Kolin fotografisch dokumentierte.

Montag - Stadt am Stein und Abschied

Heinz Liebelt in seinem Element - er arbeitete jahrelang in diesem Steinbruch

Forstfestmontag – der Tag des Abschieds war gekommen. Kamenz bzw. die obersorbische Bezeichnung „Kamjenc - kleine Stadt am Stein“ war Grund genug, die Gäste zu einem letzten Ausflug in die Umgebung von Kamenz zu entführen. In der Schauwerkstatt bzw. im Museum der Granitwirtschaft in Häslich erfuhren die Delegationen viel Wissenswertes über diese Granitart, die die Bezeichnung unserer Stadt bestimmt und die auch noch heute in vielen Bereichen der Stadt Kamenz zu finden ist. Schön war es, dass die Führung von einem sehr sachkundigen Mitarbeiter des Vereins gemacht wurde, der selbst viele Jahre in diesem Granitsteinbruch (Prelle) gearbeitet hat.

Die Gäste waren begeistert von den Kamenzer Schülerinnen und Schülern beim Auszug.

Bevor der Abschied nahte, verfolgten die Abgesandten beider Städte den montäglichen festlichen Auszug der weiß gekleideten Schülerinnen und Schüler der Stadt Kamenz, die bei Blasmusik und strahlendem Sonnenschein die Blumenpracht zu einer Augenweide werden ließen. Erfüllt mit vielen Eindrücken und dem Wissen, Freundschaften gestärkt sowie neue gefunden zu haben, machten sich dann die Koliner und Alzeyer Delegationen auf ihren Heimweg.

Abschließend sei den Kamenzerinnen und Kamenzer gedankt, die mit herzlichem Beifall zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen des Forstfestes die Menschen aus unseren Partnerstädten begrüßt haben. Aber auch den Gewerbetreibenden und Unternehmen, die dieses Städtepartnerschaftsjubiläum ganz konkret unterstützten, sei vielmals gedankt – so dem Autohaus Elitzsch, der Fleischerei Wobser aus Oßling sowie der ewag kamenz.

Ein ganz besonderes Wochenende liegt hinter Kamenz. Nicht nur das Forstfest war wieder ein Erfolg, auch die Städtepartnerschaftsjubiläen wurden gebührend begangen. Der gute Rückblick auf die Geschichte unserer Partnerschaften setzte ein Zeichen im Heute und gab Impulse für die Zukunft. Nutzen wir diese!

50 Jahre Partnerschaft zwischen den Städten Kolín und Kamenz

Gemeinsame Foto-Ausstellung am 12. Juni 2015 in Kolin eröffnet

Es war dieses Mal nur eine kleine Delegation aus dem Kamenzer Rathaus, die sich am Freitag, dem 12. Juni 2015, auf den Weg zur Partnerstadt Kolin machte. Trotzdem wurden Oberbürgermeister Roland Dantz und Stadtarchivar Thomas Binder am Freitagnachmittag herzlich vom Koliner Bürgermeister Vít Rakušan im Rathaus empfangen.

50 Jahre Städtepartnerschaft mit einer Ausstellung bebildert

Anschließend ging man gemeinsam zum benachbarten Kulturhaus zur feierlichen Eröffnung der Fotoausstellung zur 50jährigen Städtepartnerschaft zwischen Kolin und Kamenz. Dort wurden die Kamenzer mit Klängen des Großen Blasorchesters Kolin begrüßt. Beide Stadtoberhäupter würdigten in ihren Grußworten die Partnerschaft und hoben die Bedeutung dieser Foto-Ausstellung hervor. Sie ist ein Gemeinschaftswerk der Stadtarchive beider Partnerstädte und dokumentiert die Geschichte der tschechisch-deutschen Städtepartnerschaft in Form von Fotos. Neben den offiziellen Fotos mit den jeweiligen städtischen Honoratioren gibt es auch viele Abbildungen, die den Alltag der Begegnungen zeigen, Situationen, in denen Bürgerinnen und Bürger beider Städte gemeinsam die Städtepartnerschaft lebten, ob nun mit Blasmusik oder auch bei sportlichen Wettkämpfen. In diesem Zusammenhang sei auch der Dank an jene Kamenzer gerichtet, die dem Aufruf der Stadtverwaltung, Fotos zu diesem gemeinsamen Vorhaben beizusteuern, gefolgt sind.

Gäste machen Bekanntschaft mit Werken eines Koliner Künstlers

Nach der Ausstellungseröffnung ging es zum „Regionální muzeum“ – dem Heimat- bzw. Regionalmuseum –, wo die Eröffnung einer Kunstausstellung zum Werk von František K. Foltýn. Sein Gebiet sind surreale Gemälde mit christlicher Symbolik und ökologischen Bezügen. Die Ausstellung wurde anlässlich seines 15. Todestages veranstaltet.

Kmoch-Festival in Kolin – Kamenzer Blasorchester und KAMI sind dabei

Im Mittelpunkt des Tages stand jedoch die Eröffnung des Kmoch-Festivals. Sowohl an einer Reihe von Auftritten verschiedener Blasorchester auf dem Markt als auch der Darbietung eines gemischten Chores mit Solostücken in der Bartholomäuskirche nahm die Kamenzer Delegation teil, bevor es gegen 20.30 Uhr wieder nach Hause ging. Aber nicht nur dadurch war die Kamenzer Präsenz in Kolin „gesichert“. Denn am nächsten Tag weilte das Blasorchester der Lessingstadt Kamenz in der Partnerstadt, um sein musikalisches Können zum wiederholten Male beim Kmoch-Festival zu präsentieren. Und auch das Kamenzer Stadtmaskottchen – KAMI – konnten die Koliner und die Besucher des Kmoch-Festivals bestaunen.

 

 

Foto-Ausstellung wird auch in Kamenz gezeigt

Am Rande der Veranstaltung - zwei Bürgermeister unter sich

Die Foto-Ausstellung selbst wird in Kolin bis Anfang Juli gezeigt werden. Danach kommt sie nach Kamenz und wird von Anfang August bis zum 13. September 2015, also auch während des Kamenzer Forstfestes, in der Galerie des Sakralmuseums präsentiert. Der Eröffnungstermin wird rechtzeitig in Presse bekanntgegeben.

 

50 Jahre Städtepartnerschaft - Eine Fahrt nach Kolín am 24.+25. April 2015 - Zu Gast bei Freunden

 
Es lässt sich nicht mehr ganz genau zeitlich feststellen, wann vor fünfzig Jahren der Tag war, an dem die Städtepartnerschaft zwischen Kolín und Kamenz begann. Viel wichtiger ist es aber festzustellen, dass sie begann und der Ausgangspunkt die Beziehungen der damaligen Blasorchester beider Städte war oder wie der Bürgermeister von Kolín, Vít Rakušan, sagte: "Die Städtepartnerschaft, sie lebt!" Sicher, sie hat Höhepunkte, aber auch ruhigere Zeiten erlebt, aber: Sie ist nie abgebrochen! Funktionierte sie, besonders zu DDR-Zeiten, spontan-institutionell, so wurde sie 1992 durch die Stadtgremien der Städte Kolín und Kamenz noch einmal verabredet und in einem gemeinsamen Dokument schriftlich fixiert. Dies und der Ausgangspunkt 1965 sowie die vielen Aktivitäten, die in den darauffolgenden Jahren auf den unterschiedlichsten Gebieten stattgefunden haben, waren Grund genug, 50 Jahre Städtepartnerschaft würdig zu begehen und durch gegenseitige Besuche zu festigen bzw. ihr neue Impulse zu verleihen.

Vergangenen Freitag startete dann gegen 12 Uhr eine städtische Delegation, unter ihr der Oberbürgermeister Roland Dantz, sein ehrenamtlicher Stellvertreter Jörg Bäuerle sowie Stadtrat Wolfgang Schubert nach Kolín. Dem Besuch waren intensive Absprachen zwischen den beiden Verwaltungen vorausgegangen, denn immerhin war eine Kunstausstellung der Neuen Kunst-Allianz Kamenz, der Auftritt der Red Tower Big Band sowie eine Performance von "Kamenz can Dance" vorgesehen. Geplant waren so gesehen „Kamenzer Kulturtage in Kolín“ oder – wie von Kolíner Seite genannt, „Freundschaftstage“. Beides trifft das gemeinsame Ansinnen doch recht gut.
 
 
Vergangenen Freitag startete dann gegen 12 Uhr eine städtische Delegation, unter ihr der Oberbürgermeister Roland Dantz, sein ehrenamtlicher Stellvertreter Jörg Bäuerle sowie Stadtrat Wolfgang Schubert nach Kolín. Dem Besuch waren intensive Absprachen zwischen den beiden Verwaltungen vorausgegangen, denn immerhin war eine Kunstausstellung der Neuen Kunst-Allianz Kamenz, der Auftritt der Red Tower Big Band sowie eine Performance von "Kamenz can Dance" vorgesehen. Geplant waren so gesehen „Kamenzer Kulturtage in Kolín“ oder – wie von Kolíner Seite genannt, „Freundschaftstage“. Beides trifft das gemeinsame Ansinnen doch recht gut.

Die offizielle Begrüßung am Freitagnachmittag fand im historischen Ratssaal des Kolíner Rathauses statt. Mit herzlichen Worten begrüßte Vít Rakušan sowie weitere Offizielle seiner Verwaltung ihre Kamenzer Gäste.
Daran an schloss sich die Eröffnung der Ausstellung der Neuen Kunst-Allianz Kamenz, die im Veranstaltungssaal der Kunstschule stattfand. Fast 70 Besucher unter ihnen die Künstler der Kunst-Allianz selbst, konnten die unter dem Titel „Bildnerische Reflexionen zu Lessing – Zur Aktualität eines Aufklärers“ ausgestellten Kunstwerke betrachten. Beide, sowohl der Verantwortliche der Kunst-Allianz, Rainald Wunderwald sowie der Leiter der Kunstschule, Michal Dubnický, betonten die Bedeutung dieser Ausstellung, die neben dem Kennenlernen verschiedener künstlerischer Handschriften die Möglichkeit bietet, die Beziehungen auf diesem Gebiet weiter auszubauen. Dass dies nicht nur leere Worte sind, ist auch daran zu erkennen, dass ein „Gegenbesuch“ Kolíner Künstler im zeitlichen Umfeld des Forstfestes geplant ist.
 
Dass die "Kamenzer Kulturtage in Kolín" im Zeichen der Gemeinsamkeit standen, zeigt sowohl der Auftritt der Red Tower Big Band als auch die tänzerischen-musikalisch Präsentation von "Kamenz can Dance". Die Red Tower Big Band trat am Freitagabend auf und begeisterte mit ihrem Sound die zahlreich erschienenen Kolíner. Zuvor hatte das Blasorchester der Kolíner Kunstschule (DO ZUŠ) sein musikalisches Können gezeigt, wobei die berühmten Majoretten (der Tanzgruppe Srdíčko) nicht fehlen durften.

Wie im Fluge vergingen die zwei Stunden, ehe dann das Kolíner Blasorchester zur Unterhaltung und zum Tanz aufspielte. Am gleichen Abend überreichte anlässlich des Jubiläums der Oberbürgermeister Roland Dantz mit Worten des Dankes seinem Amtskollegen Rakušan eine Fotocollage mit Motiven der Stadt Kamenz. Erstellt von der Kamenzer Grafikerin Anne Hasselbach, welche auch für den Katalog der Kunstausstellung verantwortlich zeichnet, wurde diese Geschenk sichtlich bewegt entgegengenommen.
 
 
Auch der nächste Tag, der Sonnabend, hielt für die Kamenzer Delegation einige Höhepunkte bereit. Zunächst lernten die Mitglieder der Kunst-Allianz, der Red Tower Big Band sowie die Vertreter der städtischen Delegation die Stadt Kolín kennen. Den Kamenzern wurden wichtige historische Gebäude gezeigt, so z.B. die Synagoge und die Kirche des heiligen Bartholomäus (Architekt Peter Parler). Darüber hinaus erfuhren sie viel Interessantes und Wissenswertes über die Stadt Kolín und ihre Umgebung.

Am Nachmittag hatte die Stadt Kolín die Kamenzer Delegation zu einem Besuch der Stadt Kutná Hora (dt. Kuttenberg) eingeladen. Hier beeindruckte der Dom der heiligen Barbara, der von dem berühmten tschechischen Architekten Johann Parler dem Jüngeren, Sohn von Peter Parler, mit erbaut wurde. Auch Kutná Hora erwies sich als ein ansehnliches Städtchen, das wie Kolín seinen Reiz auch für Touristen hat.

Damit war natürlich der zweite Tag in Kolín lange noch nicht beendet, denn zum Abend stand eine besondere Tanzveranstaltung auf dem Programm, die ebenfalls wieder von Tänzern aus Kamenz und Kolín in abwechselnder Reihenfolge bestritten wurde. Für alle Gäste dieses Abends war es sehr interessant, wie und welche Tanzstile in Kamenz und Kolín gepflegt werden. Aus Kolín traten mehrere Tanzgruppen auf, von denen einige als Ensemble oder einzelne ihrer Mitglieder auf errungene hohe Preise blicken können. Hier kann man kein Ensemble herausheben, denn ob Tango, Rock ’n’ Roll oder HipHop, ob sehr jung oder älter, sie waren alle phantastisch.

Damit befand sich "Kamenz can Dance" in sehr guter Gesellschaft und erhielt, ebenso wie die Kolíner Tanzgruppen, begeisterte Zustimmung und lautstarken Beifall. An dieser Stelle sei erwähnt, dass "Kamenz can Dance" die Strapaze auf sich genommen hatte, am Sonnabendmittag anzureisen und nach ihrem Auftritt am Abend, weil ein Teil der Jugendlichen sich für schulische Prüfungen vorbereiten wollte, wieder abzufahren. Insofern gilt ein ganz besonderer Dank dem Vorsitzenden Mario Steinmetz und den Mitgliedern von „Kamenz can Dance“, dass sie trotzdem bereit waren, dieses Stück Kamenzer Kulturleben in Kolín zu präsentieren. Selbstverständlich gilt der Dank ebenso den Mitgliedern der Red Tower Big Band sowie den Vertretern der Neuen Kunst-Allianz Kamenz, die beide auf ihrem Gebiet die Stadt Kamenz würdig vertreten haben. Es kann als gelungen angesehen werden, dass diese Kamenzer Kulturtage, die sicherlich vom Umfang dem Städtepartnerschaftsjubiläum angemessen waren, so erfolgreich stattgefunden haben. Sie zeigten neue Wege der Zusammenarbeit auf und brachten Menschen zweier benachbarter Länder ein Stück näher.

Es waren schöne und unvergessliche Tage in Kolín. Vom Kolíner Bürgermeister über die Mitarbeiter der Stadtverwaltung – und hier besonders Veronika Jiráčková – bis hin zur Dolmetscherin Vera Dolezalova, die Schwerstarbeit zu leisten hatte, haben alle für diese wunderbaren Eindrücke in unserer Partnerstadt Kolín beigetragen. Vielen Dank! Ein Wiedersehen gibt es auf alle Fälle zum Forstfest, wo u.a. eine von den Stadtarchivaren beider Städte gemeinsam konzipierte Ausstellung, die zuvor in Kolín Station machte, gezeigt wird.

Dann heißt es wieder: Vítejte! - Herzlich willkommen!

25 Jahre Partnerschaft zwischen den Städten Alzey und Kamenz

Kamenzer Delegation besucht die Partnerstadt vom 14.-17. Mai 2015

Aus Anlass der 25jährigen Partnerschaft zwischen den Städten Alzey und Kamenz weilte am vergangenen Wochenende (14.-17. Mai) eine Kamenzer Delegation unter der Führung des Oberbürgermeisters Roland Dantz in der Partnerstadt Alzey. Mit dabei waren ehemalige und heutige Stadträte und der damalige Präsident der ersten Stadtverordneten-versammlung von Kamenz, Dr. Klaus Krah, und seine Gattin sowie die beiden ehrenamtlichen Stellvertreter des Oberbürgermeisters – Marion Junge und Jörg Bäuerle. Weiterhin gehörten der Delegation Familie Kirchner an, die sich damals sehr für die Partnerschaft mit Alzey eingesetzt hatte.

Zwischen Betriebsbesichtigung, Stadtrundgang und Richtungspfeil

Die Alzeyer Gastgeber hatten ein umfangreiches Programm zusammengestellt, um den Kamenzer Gästen  ihre Stadt und ihre Weingegend Rheinhessen zu zeigen. So stand am   Freitag, dem 15. Mai eine Betriebsbesichtigung bei der Firma „Importhaus Wilms“ an. In deren Logistik-Zentrum, Standort Alzey, erfuhren die Kamenzer Gäste bei einem interessanten Betriebsrundgang sehr viel Wissenswertes über diesen führenden Vermarkter für internationale Süßwaren und Feinkost.

Bei einem  gemeinsamen Stadtrundgang durch das schöne Alzey, in der die  Geschichte der Volkerstadt lebendig wurde und so manches mehr den Gästen nahe gebracht wurde, lernten die Kamenzer das Städtchen, einige zum ersten Mal, kennen. Der Höhepunkt des Besuches sollte dann die Jubiläumsfeier am Abend in der Stadthalle werden.

Doch nicht nur das, denn die Alzeyer hatten sich noch eine besondere Überraschung ausgedacht: Auf dem neu gestalteten Platz vor der Stadthalle wurde aus Anlass der 25jährigen Partnerschaft vor Beginn der Jubiläumsfeier ein Schild mit der Aufschrift „Kamenz“durch den Bürgermeister von Alzey, Christoph Burkhard, und den Oberbürgermeister der Stadt Kamenz, Roland Dantz, enthüllt.

Das Schild „Kamenz“ befindet sich in guter Gesellschaft mit den Schildern der anderen Partnerstädte von Alzey und zeigt in die jeweilige Himmelsrichtung, in der diese Städte jeweils liegen.

Jubiläumsfeier in der Stadthalle - Erinnerungen an damals werden wach

In der Festveranstaltung, an der auch der Landrat von Alzey-Worms, Ernst Walter Görisch, ehemalige und aktive Stadträte von Alzey (auch Bundestagsabgeordnete des dortigen Wahlkreises) teilnahmen, wurde noch einmal in den Reden sowohl des Alzeyer Bürgermeisters als auch des Kamenzer Oberbürgermeisters bewusst gemacht, wie es damals vor 25 Jahren war, als es darum ging, eine „deutsch-deutsche“ Partnerschaft zu begründen.

Ausdrücklich erwähnt wurden dabei der Alzeyer Bürger Earl Guenter Kocksch, ein ehemaliger Kamenzer, und der damalige Bürgermeister der Stadt Alzey, Walter Zuber, der die Initiative zu der Partnerschaft ergriff und die Verbindung nach Kamenz  aufnahm.

Ein kleiner Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Überreichung der Bereitschaftserklärung der Stadt Alzey zur Partnerschaft mit Kamenz vom 3. März 2015, die der Oberbürgermeister Dantz seinem Amtskollegen in Form eines Faksimiles übergab. Hinzu kam eine umfangreiche Dokumentation von Ereignissen, die beide Partnerstädten in den letzten 25 Jahren verbunden haben.

Für Überraschung und Freude sorgte die Übergabe des Kamenzer Gastgeschenks, ein durch das Kamenzer Unternehmen „Sachsen Fahnen“ hergestellter Sitzwürfel mit Alzeyer und Kamenzer Wappen und Motiven sowie, was natürlich nicht fehlen durfte, einem Lessingzitat, das im Weingebiet Rheinhessen bestimmt gut angekommen sein dürfte. Dr. Klaus Krah, damaliger Präsident der Stadtverordneten- versammlung von Kamenz, berichtete davon, wie es vor 25 Jahren war, als er mit dem frisch gewählten  Bürgermeister von Kamenz, Lothar Kunze, nach Alzey fuhr. 

Nach der Übergabe zweier in Silber geprägten Medaillen, die anlässlich des Tages des Sachsens herausgegeben wurden, durch den stellvertretenden Oberbürgermeister und Numismatiker Jörg Bäuerle an Bürgermeister Burkhard und den Landrat Görisch konnte zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen werden.  In den Gesprächen wurden viel Erinnerungen wach, aber auch der Wunsch die  Partnerschaft weiterhin aktiv zu gestalten, was sich auch in der gemeinsamen Unterzeichnung einer Urkunde anlässlich 25 Jahre Städtepartnerschaft niederschlug.

Eine Landschaft wird erkundet – Der Sonnabend im Zeichen des Rheins

Nach dem Frühstück brach die Kamenzer Delegation mit dem Bus in Richtung St. Goar auf. Ziel war die Burg Sooneck. Nach der Besichtigung und einem zünftigen Picknick mit „Weck, Wurst und Woi“ an der Schiffsanlegestelle St. Goar ging es dann per Schiff in Richtung  Assmanshausen.Mit der Seilbahn erreichte die Gruppe das Niederwalddenkmal mit dem Standbild der Germania. Überwältigend war der Ausblick  auf Rüdesheim,  die Weinberge und auf  den Rhein. Ein Besuch im Weingut Born, das den Kamenzern bestens vom Forstfest bekannt ist, rundete den Tag ab.

Mit vielen guten Eindrücken und dem gegenseitigen Wunsch, die Partnerschaft weiter lebendig zu halten, trat die Kamenzer Delegation am Sonntag wieder die Heimreise an. Natürlich nicht ohne das Versprechen, dass das Jubiläum mit den Alzeyern auch in Kamenz gefeiert wird. Dazu wurde die Einladung ausgesprochen, so dass es zum diesjährigen Forstfest ein Wiedersehen mit unseren Alzeyer Partnern kommen wird.

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